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Insulin per Atemzug
Seit Mitte Mai ist das erste inhalative Insulin unter dem Handelsnamen Exubera auf dem Markt. Die neue Darreichungsform soll Diabetikern mit Spritzangst den Einstieg in die Insulintherapie erleichtern.
Die blutzuckersenkende Wirkung des neuen Insulins setzt nach ca.20 Minuten ein. Der Wirkungseintritt ist demnach mit dem schnell wirksamen Insulinanaloga zu vergleichen und ist schneller als bei Normalinsulinen.
Die Insulinwirkung hält etwa sechs Stunden an, sie ist der Wirkungsdauer der Normalinsuline ähnlich und somit deutlich länger, als die der schnellwirksamen Insulinanaloga.
Für wen ist Exubera® geeignet?
Erwachsene Patienten des Typ-2-Diabetes, die mit oralen Antidiabetika nicht zufrieden stellend eingestellt sind und eine Insulintherapie benötigen, können mit Exubera® behandelt werden. Sowie Patienten mit Typ-1-Diabetes mit unzureichender glykämischer Kontrolle trotz Behandlung mit s.c. Insulin.
Für wen ist Exubera® nicht geeignet?
Da das neue Insulin über die Lunge aufgenommen wird, ist es für Raucher kontraindiziert. Denn durch das Rauchen wird mehr Wirkstoff vom Körper aufgenommen und dadurch steigt die Gefahr einer Hypoglykämie.
Auch für Patienten mit Eingeschränkter Lungenfunktion (z.B. schlecht kontrolliertes Asthma, COPD) ist das inhalative Insulin nicht geeignet, sowie für Patienten unter 18 Jahren und Schwangere.
Exubera besteht aus Blisterpackungen zu je einem oder drei Milligramm Insulinpulver und einem Inhalationsgerät. Das Gerät hat in geschlossenem Zustand etwa die Größe eines Brillenetuis und wiegt knapp 200Gramm. Genauso wichtig wie für Asthmatiker und andere Lungenkranke ist die richtige Handhabung des Inhalationsgerätes, denn nur so kann eine optimale Therapie erfolgen.
Das Insulinpulver wird über das Mundstück in einem langsamen und gleichmäßigen Atemzug inhaliert. Anschließend fünf Sekunden den Atem anhalten und dann ganz normal ausatmen. Die eingeübte Inhalationstechnik sollte immer nach dem gleichen Prinzip erfolgen, dadurch kommt es zu einer besseren Wirkstoffaufnahme. Das Gerät sollte weder bei Nässe oder hoher Luftfeuchtigkeit angewendet noch aufbewahrt werden. Extreme Luftfeuchtigkeit führt zu einer Reduktion der freigesetzten Insulindosis. Die Insulinfreisetzungseinheit sollte jede zweite Woche ausgetauscht werden, das Gerät einmal jährlich.
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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