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Reizdarmsyndrom
Was ist ein Reizdarm?
Das Reizdarmsyndrom ist eine Funktionsstörung des Verdauungstrakts mit chronischen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten (Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung) und Blähungen. Nachts treten die Beschwerden selten auf. Eine krankhafte Organveränderung kann der Arzt oft nicht feststellen.
Wie entsteht ein Reizdarm?
Ein Reizdarm-Syndrom tritt typischerweise zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals in Erscheinung. Für Deutschland geht man von rund fünf Millionen Betroffenen aus. Ein Reizdarm wird bei Frauen etwa doppelt so häufig diagnostiziert wie bei Männern.
Die genaue Ursache der Krankheit ist nicht ausreichend bekannt. Vermutlich ist bei der Entstehung des Reizdarm-Syndroms eine Störung des Informationsaustauschs zwischen Gehirn und Darm beteiligt.
Der Nerven-Botenstoff Serotonin (verantwortlich für die Steuerung der Darmfunktion und der Schmerzwahrnehmung) spielt wahrscheinlich eine Schlüsselrolle. Für diese Erklärung spricht die Beobachtung, dass beim Reizdarm-Syndrom die Bewegungsabläufe im Darm gestört sind und in vielen Fällen die Wahrnehmung schon normaler Verdauungsvorgänge schmerzhaft gesteigert ist.
Wie wird der Reizdarm behandelt?
Die Therapie des Reizdarm-Syndroms besteht gegenwärtig darin, die Beschwerden zu lindern. Eine dauerhafte Heilung ist derzeit nicht möglich. Die Behandlung umfasst Diät, Medikamente und psychotherapeutische Behandlung.
Diät:
- Trinken Sie reichlich Wasser.
- Vermeiden Sie Speisen und Getränke, die die Beschwerden verschlimmern, zu Blähungen führen, sowie starke Gewürze, Kaffee, Alkohol und Nikotin.
- Essen Sie viele kleine Portionen statt weniger großer.
Medikamente:
Bei Krämpfen werden krampflösende Mittel (wie Buscopan) gegeben. Bei Verstopfung helfen Ballaststoffe (günstig ist z. B. Kleie, Leinsamen) und Abführmittel mit stuhlerweichender Wirkung (wie Laktulose).
Bei Durchfall werden Quellmittel (z.B. Pektine, Flohsamenpräparate) und stuhlganghemmende Medikamente (z.B. Loperamid) empfohlen.
Bei Blähungen können pflanzliche Präparate (Kamille, Kümmel, Fenchel, Anis, u. a.), Schaumhemmer (wie Imogas) und Quellmittel gegeben werden.
Je nach Stärke der Schmerzen können auch Schmerzmittel gegeben werden.
Die Pfefferminze wurde neu in die Behandlung des Reizdarms aufgenommen. Studien bescheinigen ihr eine ausgleichende Wirkung bei Schmerzen, unregelmäßigen Stühlen, Krämpfen und Blähungen.
Psychotherapeutische Behandlung:
Progressive Muskelentspannung und andere Entspannungsübungen, Hypnose, Verhaltenstherapie und Psychotherapie werden individuell eingesetzt.
Was können Sie selbst tun?
Führen Sie ein Tagebuch, um herauszufinden, was Ihre Beschwerden verursacht (Tages- und Arbeitsrhythmus, Stress, Ernährungsgewohnheiten, Medikamente).
Verringern Sie beruflichen oder privaten Stress, machen Sie Entspannungsübungen.
Bewegung ist wichtig, um die Darmfunktion zu stärken und Stress zu mindern.
Wärme kann die Beschwerden lindern (Wärmflaschen, Wärmedecken).
Haben Sie noch Fragen? Wir helfen Ihnen gern.
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